, GiF

Siebnen überzeugt gegen Red Star 2

Im ersten Heimspiel der neuen 2.-Liga-Saison zeigte der SC Siebnen gegen ein starkes Red Star 2 eine überzeugende Leistung.

Das 1:1-Unentschieden darf insgesamt als gerecht bezeichnet werden, wobei die Siebner über weite Strecken – insbesondere in der zweiten Halbzeit – dem Sieg sogar etwas näher waren als die Gäste aus Zürich. Nigro, Hofer und Bullaku hatten die mögliche Führung auf dem Fuss, scheiterten jedoch jeweils nur knapp. Besonders erfreulich war, dass die heute fehlenden Stammspieler vom restlichen Team hervorragend ersetzt wurden und kaum ein Qualitätsverlust zu erkennen war.

Die Mannschaft von Tony Vanaria hat damit erneut gezeigt, dass sie technisch und spielerisch in dieser Liga absolut mithalten kann. Was noch fehlt, ist die Gewöhnung an das höhere Spieltempo und die deutlich grössere Intensität der 2. Liga. Doch auch hier waren gegenüber dem Saisonauftakt bereits Fortschritte erkennbar.

Setzt die Mannschaft diese Entwicklung fort, dürfte sie sich schneller als erwartet an die neue Liga gewöhnen. In der sportlichen Leitung ist man jedenfalls überzeugt, dass das Potenzial dafür vorhanden ist.

 

Der ausführliche Matchbericht durch die Redaktion des March Anzeigers:

Je die Zahl eins an Toren und Punkten

Ein ekelhafter Gegentreffer sowie eine gelungene Soloaktion liess für die erste Heimpartie des Neo-Zweitligisten Siebnen gegen Red Star 2 immerhin einen Punkt notieren. Einer langweiligen ersten folgte eine attraktive zweite Hälfte.

Bruno Füchslin

Als erster Gast der Zweitligasaison 2026/27 trat am Sonntagnachmittag «die Zweite» des Zürcher Traditionsvereins Red Star beim SC Siebnen an. Somit standen zwei Teams gegenüber, die ihre trefferreichen Startspiele mit je einem Tor Differenz verloren geben mussten (Siebnen 3:4 bei Adliswil, Red Star 4:5 gegen Regensdorf). Für alle Championats gilt stets dasselbe: möglichst gut starten und sich möglichst früh ein Punktepolster anlegen – für den Fall der Fälle, was sich da – vorab in der Herbstrunde – noch so alles ergeben könnte. Die Punkte sind das eine; gerade zum Beginn einer Meisterschaft haben Gewonnenes oder Verlorenes auch psychologische Auswirkungen nicht nur für das betroffene Team, sondern – bei ersten Mannschaften sowieso – für einen Grossteil des Vereins. Insofern galt für beide dasselbe: ein schon leichter Druck zum Punktgewinn. Demnach ein salomonisches Unentschieden, damit immerhin die Null in der hintersten Tabellenkolonne gestrichen wäre?


Erfolgreicher Konter
Selten so leer des Berichterstatters Notizblock im ersten Abschnitt. Gerade mal zwei Eintragungen waren darin aufgeführt. Gleichsam fast arbeitslos die Torhüter Kai Brinker auf Siebner und Dario Passini auf Zürcher Seite. Siebnen schuf sich bald ein Spürchen mehr Ballbesitz und kam dem Gästestrafraum mehrfach näher als umgekehrt. Erwähnte Szenen hatten fast kuriose Charakter: Siebnen kam nach 37 Minuten zum ersten Eckball, doch entstand daraus der Gegentreffer. Die Hereingabe direkt abgewehrt, zogen Red Stars Lorenzo Ladner und Rio Vogt los, machten Kunstrasenmeter zuhauf; letztlich landete das Leder beim mitgelaufenen Aaron Sanchez, der sauber in Brinkers hintere Eck traf. Die Gastgeber hatten mittels einem 18-Meter-Freistoss von Oktar Gar die beste Ausgleichsmöglichkeit, doch der Ball, zu frontal geschossen, bedeutete für Passini kein Problem (40.).

Furioser Auftakt

Siebnen kam entschlossen aus der Kabine. Im ersten Abschnitt arg vermisste Möglichkeiten häuften sich innert Minutenfrist; dies auch durch zwei Eckbälle bedingt. Zweieinhalb gute Chancen konnten dennoch nicht verwertet werden. So mussten die Besuchenden auf die volle Stunde warten, ehe Eldon Bullaku eine seitliche Soloaktion – parallel zur Strafraumlinie eilend – mit einem satten, für Passini unhaltbaren 17-Meter-Abschluss krönte.  In der Schlusshalbstunde hatten Siebnen wieder leichte Feldvorteile, konnte diese jedoch nicht in Tore umsetzen. Wohl auch deswegen, weil die Zürcher Gäste mit umgekehrt ihren Versuchen die SCS-Defensive permanent zu hoher Konzentration provozierten.


Erhörte Kabinenworte
Nach dem Streichen alle Wenn-und-Aber-Varianten und unter Weglassung grassierender Konjunktive waren sich Schwyzer wie Zürcher so gut wie unisono einig, dass diese Begegnung keinen Verlierer verdient habe. Siebnen-Trainer Tony Vanaria: «Meine Halbzeit-Kabinenworte appellierten ans Teamgefüge – dies mit dem Hinweis, dass zumindest ein Ausgleichstreffer die ultimative Vorgabe für alle sein musste. Das Team hat gekämpft und entsprechend umgesetzt; für mich alleweil ein gutes Omen für die nächsten Partien.» Red Stars Co-Trainer Karlo Bobinac sah «eine umkämpfte Begegnung mit guter Zweitliga-Härte. Klar geschahen da wie dort einige Fehler, aber das 1:1 sehe ich als korrektes Ergebnis.» Apropos Härte: Gegen Schluss ploppten da beidseits einige Testosteron-Blasen auf, die jedoch in grosso modo im Bereich des Akzeptablen blieben.

 

Siebnen – Red Star 2 1:1 (0:1)

Ausserdorf, Kunstrasen. 160 Zuschauer. SR: Gyan Agale. Assistenten: Kornel Kerekes, Hasan Kayikcilar.

Tore: 37. Sanchez 0:1. 61. Bullaku 1:1.

Siebnen: Brinker; Nigro, Talevic, Galvez, Signer; Junuzi, Dervishi, Bambana, Bullaku; Gar, Hofer. – Zur Disposition: Mächler, Kessler, Lleshaj, Forgione, Müller, Abazaj.

Red Star: Passini; Saoudi, Roth, Zielonka; Meyer, Yondhem, Canete, Sijaric; Huber, Vogt, Sebghatullah. – Zur Disposition: Bürge, Dempsey, Wüthrich, Ladner, Wenger, Giansiracusa, Sanchez.

Bemerkungen: SCS ohne Materazzi und Ronner (beide gesperrt), Schwarzgruber (verletzt) sowie Assoudi (Beruf). Red Star komplett . Verwarnungen: 27. Bambana (Foul). 68. Wüthrich (Foul). 78. Gar (Foul). 86. Nigro (Foul). 90.(+3) Szijjarto (Trainer Red Star; Reklamieren). Corners 4:6 (1:3).